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Carnival relativiert offenbar den Bann für britische Youtuber

Nachdem Carnival zwei britischen Youtubern und Publizisten Anfang Juni 2025 mitgeteilt hatte, sie seien fünf Jahre lang auf allen Schiffen der Carnival-Marken unerwünscht, hat das Kreuzfahrtunternehmen den Bann nun offenbar relativiert. Wie Dan Wailing und Jay Cannon erfuhren, stehen sie nur auf den Schwarzen Listen von P&O Cruises, Princess Cruises und Cunard Line, nicht aber beispielsweise von Carnival Cruise Line. Carnival beziehungsweise P&O Cruises geben weiterhin keine über den ursprünglichen Brief hinausgehenden, öffentlichen Erklärungen zu dem Fall ab.

UPDATE: Am 8. August 2025 melden Dan Wailing und Jay Cannon, dass sie nach einem konstruktiven Gespräch mit Carnival UK eine Einigung gefunden haben und der Bann gegen die beiden mit sofortiger Wirkung aufgehoben wurde. Weitere Erklärungen geben weder Carnival noch die beiden Youtuber dazu ab.

Cruisetricks.de hatte über den Fall berichtet. Die neue Entwicklung entkräftet nun die verbreitete Vermutung, die beiden seien wegen negativer Berichterstattung von einer Reise mit der Carnival Miracle auf die Schwarze Liste gesetzt worden. Denn für Carnival Cruise Line gilt der Bann nun wohl ausdrücklich nicht.

Ursprünglich hatte Carnival über ihre britische Tochter P&O Cruises in Großbritannien den beiden Publizisten per Brief mitgeteilt, man sei „zu der Überzeugung gelangt, dass Sie beide eindeutig gezeigt haben, dass wir Ihnen nicht den Urlaub bieten können, den Sie suchen.“

Seitdem rätseln nicht nur Dan Wailing und Jay Cannon darüber, was der wirkliche Grund für den Bann sein könnte – jetzt umso mehr, als der einzige, halbwegs konkrete Anlass, die Berichterstattung über die Carnival Miracle, als vermutete Begründung entfallen ist.

Die neue Entwicklung steht in Widerspruch zum ursprünglichen Brief, der klar von allen Carnival-Marken „inklusive Cunard, P&O Cruises und Princess Cruises“ sprach. Nun soll der Bann ausgerechnet diese drei explizit genannten nicht gelten.

Dan und Jay wundern sich nun vor allem, warum der Bann ausgerechnet für Cunard aufrechterhalten wird, die – nach eigenen Aussagen – in ihren Videos immer positiv wegkommt. Bezüglich P&O Cruises stellen sie die offensichtliche Frage: Warum kommt der Bann jetzt, nachdem sie zuletzt 2023 mit P&O gefahren und darüber berichtet hatten. Auch mit Princess Cruises seien sie seit fast drei Jahren nicht mehr unterwegs gewesen.

Die beiden Publizisten richten ihre Vermutungen nun darauf, sie könnten auf der Schwarzen Liste gelandet sein, weil sie in ihrer Berichterstattung dem relativ neuen CEO von Carnival UK, Paul Ludlow, in ihrer Berichterstattung einen Rückgang der Qualität insbesondere bei P&O Cruises seit seiner Amtsübernahme angelastet hätten.

Aber auch das sind nur Vermutungen, weil sich Carnival weiterhin nicht zu den wahren Gründen für die Sperre der beiden Youtuber äußert, die nach der Klarstellung immerhin nur noch für P&O Cruises, Princess Cruises und Cunard Line gilt. Auch auf eine neuerliche Nachfrage von cruisetricks.de bei P&O Cruises lautete die Antwort nur: „kein weiterer Kommentar“.

Und so bleibt nur ein anhaltendes Rätselraten, was tatsächlich dazu geführt hat, dass Dan Wailing und Jay Cannon auf der Schwarzen Liste von P&O Cruises, Princess Cruises und Cunard Line gelandet sind.

4 Kommentare

Über den Autor: FRANZ NEUMEIER

Franz Neumeier
Über Kreuzfahrt-Themen schreibt Franz Neumeier als freier Reisejournalist schon seit 2009 für cruisetricks.de und einige namhafte Zeitungen und Zeitschriften. Sein Motto: Seriös recherchierte Fakten und Hintergründe statt schneller Schlagzeilen und Vorurteile, damit sich jeder seine eigene Meinung bilden kann. TV-Reportagen zitieren ihn als Kreuzfahrt-Experten und für seine journalistische Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Er wird regelmäßig in die Top 10 der „Reisejournalisten des Jahres“ gewählt und gewann mit cruisetricks.de mehrfach den „Reiseblog des Jahres“-Award.

4 Gedanken zu „Carnival relativiert offenbar den Bann für britische Youtuber“

  1. Was soll’s…

    Es gibt auch andere Anbieter als die Carnival Gruppe, ganz viele sogar.

    Da bucht man dann halt dort.

  2. Ich kenne die Vorlieben der beiden Herren nicht,aber kann es sein, das man sie für exakt diese drei Marken gesperrt hart,weil sie betont haben,das diese drei Marken ihnen am besten gefallen oder man vermutet,das diese drei Marken ihrem bevorzugten Kreuzfahrterlebnis am nächsten kommen ?
    Sprich: Man geht davon aus,das sie auf den anderen Marken eh nicht oder so gut wie nicht fahren werden,da es ihnen eh nicht gefällt und sie deshalb dort auch nicht gesperrt sind. Und auf den Schiffen,auf denen man sie am ehesten erwartet,da sind sie gesperrt.
    Das würde dafür sprechen,das es wohl mit dem Verhalten an Bord in der Vergangenheit zu tun hat.

  3. Aus meiner Sicht eine ganz widerliche Einschränkung der Pressefreiheit. Aus meiner Sicht eine Aktion frei nach dem Motto „Bestrafe einen und erziehe 100“. Die richtige Antwort auf diese Aktion wäre es, nun regelmäßig über die negativen Entwicklungen bei der Marke zu berichten, auch ohne die Schiffe zu besuchen. Quasi als Gegenerziehungsmaßnahme. Wünschenswert wäre es sicher auch gewesen, wenn auch alle anderen Kreuzfahrt Youtuber über diesen Bann berichtet und ihn kritisiert hätten, da sollte man schon gemeinsam Druck ausüben.

  4. @Markus: Für mich der entscheidende Punkt dabei ist, dass es eben keineswegs klar ist, was der Grund für die Aktion ist. Die beiden an künftiger Berichterstattung zu hindern, oder sie für vergangene Berichterstattung „zu bestrafen“ ist ja nur eine Annahme, weil man sich’s anders nicht richtig erklären kann. Aber man weiß eben auch viel zu wenig über mögliche Hintergründe. Und es gibt ja durchaus Zweifel an der unterstellten Motivation – insbesondere, weil erst angenommen wird, es sei eine Reaktion auf das Carnival-Miracle-Video, sich später aber herausstellt, dass die beiden ausgerechnet für Carnival überhaupt nicht gesperrt sind, wohl aber beispielsweise für Cunard, über die sie in der Vergangenheit ziemlich positiv und begeistert berichtet haben. Da passt irgendetwas nicht zusammen. Zumindest ich persönlich neige deshalb dazu, mir kein Urteil zu erlauben, solange es in der Geschichte solche Unstimmigkeiten gibt und der tatsächliche Grund für die Sperre mindestens unklar, wenn nicht gänzlich (öffentlich) unbekannt ist.

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